Dienstag , 30 Mai 2017
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Das Ende der Apps

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Eine Welt ohne Apps: für Smartphone-Nutzer eine schier unglaubliche Vorstellung. Schließlich nutzen laut der ARD/ZDF Onlinestudie 2015 gerade einmal 10 % aller 14–29 Jährigen nie Smartphone-Apps. Im letzten Jahr wurden mit Apps allein in Deutschland 1,3 Milliarden Euro umgesetzt – eine Steigerung von 41 % gegenüber dem Vorjahr. Auf ein baldiges Ende des App-Booms zu setzten, scheint bei einem Blick in Apples mit etwa 2 Millionen Anwendungen bestückten Appstore recht gewagt zu sein. Nichtsdestoweniger wird hinter den Kulissen am „next big thing“ gearbeitet, das nicht nur Apps, sondern auch traditionelle Websites überflüssig machen soll.

Die schlauen Roboter kommen

Im Kern der neuen Idee steht die Grundzutat so mancher Dystopie: Künstliche Intelligenz (KI). Doch keine Angst, die neuen Anwendungen werden sich wohl kaum Skynet-artig verselbständigen und uns auslöschen. Vielmehr soll KI in Form von Chatbots genutzt werden, die mit Nutzern zu kommunizieren und für sie Aufgaben übernehmen, für die sonst der Besuch auf einer Website oder die Nutzung einer App nötig wäre. Der Chatbot fungiert dabei als eine Art Kundenberater, mit dem der User ein ganz normales Gespräch via Messenger führt.

Andere Ansätze gehen sogar noch weiter. Microsoft unterschätzte allerdings die manipulativen Fähigkeiten übelgesinnter Internettrolle, als diese den hauseigenen Twitter-Bot Jay dahingehend manipulierten, dass dieser Hetzkommentare postete – daraufhin wurde das Projekt offline genommen und Microsoft entschuldigte sich.

Für geschlossene Systeme wie Bestellvorgänge im Online-Handel sind Chatbots hingegen durchaus praktikabel und bereits im Einsatz.

Die Zukunft hat begonnen

Eine Vorreiterrolle nimmt dabei der Berliner Modekonzern Zalando ein, der neben seinen Apps für iOS, Android und das von den meisten App-Anbietern stiefmütterlich behandelte Windows Mobile bereits mit Chatbots arbeitet. Mit der Anwendung chatShopper kann man über Facebook, Telegram oder die hauseigene App „sprechen“. Je nach den im Gesprächsverlauf vom User genannten Vorlieben spricht der Bot Produktempfehlungen aus dem Sortiment von Zalando aus. Neben der klassischen Messenger-Variante über den Textchat verfügt chatShopper sogar über eine Spracherkennung, die cloud-basiert funktioniert und somit kaum Ressourcen auf dem Endgerät in Anspruch nimmt.

Letztlich zielen Chatbots darauf ab, dem Nutzer so viel lästige Arbeit wie möglich abzunehmen, wie etwa das Durchstöbern von Websitekategorien auf der Suche nach einem bestimmten Artikel, das Vergleichen von Preisen oder die Beantwortung von Fragen aller Art. Je raffinierter die KI der Bots wird, desto weniger Zeit werden Nutzer für das Ausfüllen von Webformularen oder die Verwendung von Apps aufwenden müssen. Vielleicht werden Chatbots künftig Apps ersetzen, allerdings nicht komplett – Chatbot-Apps sei Dank.


Bildrechte: Flickr iPhone apps Blake Patterson CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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