Freitag , 18 August 2017
Startseite | Allgemein | FreiAPPtag: Halloween-Special

FreiAPPtag: Halloween-Special

Noch vor wenigen Wochen war es warm und sonnig  und auch der Oktober schien im goldnen Licht zu erstrahlen. Das Laub verfärbte sich in den feurigen Herbstfarben und Spinnen fischten mit ihren kleinen Netzen nach Nebeltropfen und kleinem Getier. Anders als am Tag war es jetzt gegen Abend ungemütlich, nass und nebelig. Der Fußweg zurück nach Hause war zum Glück noch von ein paar wenigen Straßenlampen relativ gut zu erkennen. Der schwache Schein reichte aber gerade einmal so weit die Straße begehen, zu können.

Die Felder und Gebüsche an den Seiten verschwanden hingegen in einem undurchdringlichen Dunst aus Feuchtigkeit und Kälte. Still war es und nur die Laute meiner Schritte zeugten von einer gewissen Lebendigkeit in dieser trost- und scheinbar leblosen Gegend hier. Doch auch diese Wahrnehmung hatte so seine Schattenseite. Der nasse Asphalt spiegelte die Laute meiner Gehbewegung in ein penetrantes Geräusch. So stetig wie ein akustischer Pulsmesser dokumentierte jeder Schritt mein bestreben diese Gegend so schnell wie möglich zu durchschreiten. Wurde ich schneller, wachte dadurch die Nacht auf und ich hatte das beängstigende Gefühl verfolgt und von hinten erwischt, zu werden. Wäre ich langsamer gegangen, ich könnte schwören die Dunkelheit hätte mich mit ihren tentakelartigen Nebelschwaden ergriffen, an mir gezerrt und nicht mehr losgelassen.

Schlecht, wenn einem solche Gedanken durch den Kopf gehen. Noch viel übler ist es, wenn vor einem etwas auftaucht – für den Bruchteil einer Sekunde. So lang genau zu wissen, dass da etwas war und zu kurz um das Begreifen zu können. Die Nebelschwaden hatten inzwischen auch die Straße eingenommen, der blasse Schein der Laternen wurde schwächer und schien zu flackern. Es war unmöglich geworden weiter als vielleicht 10-15 Meter schauen, zu können. Als ich plötzlich ein verdammt nahes Geräusch wahrnahm. O.k. es war nur mein iPhone! Ich holte es aus der Hosentasche und zog es aus der Schutzhülle. Es war ganz klar ein Anruf und ich war ehrlich gesagt ganz schön froh eine andere Stimme, zu hören. Ich meldete mich und wartete dann auf die Gegenstimme. Nichts passierte. Ich fragte nach, niemand antwortete. Als ich wieder auflegen wollte, erschien plötzlich etwas auf dem Display. Seht selbst:

Hauntedface light (iTunes Link) App Screeshot auf iPhone4S

Das konnte doch nur ein übler Scherz sein! Das, was da eben geschehen war, hatte mit der Realität nichts zu tun. Am besten, gar nicht weiter Gedanken machen dachte ich mir, packte das iPhone wieder ein und verstaute es dieses Mal tief in der Jackentasche. Die Straße musste doch endlich mal zu Ende sein. Und warum war dort gar keine Straße mehr, sondern ein Feldweg? Zwar hatte sich der Nebel verzogen und die Nacht wurde vom Mond durchtränkt. Alles erschien jetzt in einem silbernen Schein. Wäre die Situation nicht so abwegig, ich hätte vielleicht Gefallen dran gefunden. Aber dieser Ort gehört hier nicht her, das wusste ich, bei meiner …

Eine enge Kurve verdrängte meine flüchtigen Gedanken und aus den Gebüschen waren Bewegungen zu deuten, wahrscheinlich Mäuse oder Igel. Hinter der Kurve lag etwas auf dem Boden. Was es war, konnte ich gar nicht direkt sagen. Ein Päckchen oder eine Tasche. Als ich näher trat und mich zu dem Bündel auf dem Boden beugte, war mir wie, als ob mir ein kalter Hauch über den Nacken gezogen wäre, wie ein huschender Atem oder ein von Eis getränkter Schauer. Meine Hose spannte sich an den Knien, und als ich nach dem Gegenstand griff, packte es mich! Ich fiel vorne über und verlor die Orientierung. Ich rutschte einen Abhang hinunter und überschlug mich. Einige Sekunden später war es schon wieder vorbei und ich sah dicht vor mir ein altes Gemäuer, eine Ruine – Überbleibsel einer alten Burg, von der ich aber nichts wusste. Ein leichter Lichtschein flackerte hinter dem alten Burgeingang, Schritte schienen sich zu bewegen und eine Stimme war diesmal ganz deutlich zu hören.

Zen Pinball (iTunes Link) App-Screenshot auf iPhone 4S

>>Welcome to the sorcerer`s lair<<. Eine seltsame Ansprache dazu noch in English. Und wieder machte sich mein Handy bemerkbar. Ich aktivierte es und erkannte ein Spiel auf dem Bildschirm. Die Umgebung zeigte eine Burg mit verschiedenen Szenen. Die Stimme aus der Ruine forderte mich auf das Spiel zu spielen, wenn es mein Wunsch sei in meine Welt zurückkehren zu dürfen. Der Typ meinte es scheinbar ernst, klang aber total bescheuert. Spiele das Spiel! Na gut ich tat es. Es stellte sich heraus, dass es ein Flippertisch war. Eigentlich ganz witzig. Man musste zwei Kindern helfen etwas wiederzufinden, und zwar in einem von einem Zauberer bewohnten Schloss. Ich glaube ich war aber nicht gut genug. Schon nach 3 Bällen war das Spiel für mich zu Ende und das Stöhnen im Gemäuer vor mir hörte sich nicht danach an, dass ich erfolgreich war. Stattdessen rückte der vom Feuer gezeichnete Schatten bedrohlich in meine Richtung. Mit jedem langsamen Schritt wurde der Umriss größer und grotesker. Es schien, wie eine Fratze die mit Furcht einflößenden Grimassen das wehrlose Opfer verhöhnte. Hände zeichneten sich wie Klauen ab und Beine, die wie ein Getier über eine glatte Oberfläche stakten. Uns trennten nur noch eine Ecke in der verfallenen Steinmauer und ich spürte, dass ich den Atem anhielt, egal wie lange das dauerte, ich traute mich nicht auch nur ein klitzekleines Geräusch von mir zu geben. Ich presste mich stattdessen an die kalte Wand, mit dem Gefühl ein Insekt gestört zu haben, welches mir über den Kopf krabbelte und in die Dunkelheit floh! Ich schloss meine Augen und wartete auf das, was unweigerlich kommen musste.

>>Nun Junge, was hast Du hier verloren?<< Durchschnitt eine zitternde Stimme den Moment meines gedachten Dahinscheidens.>>Wie bitte<<? Fragte ich verstört und haspelte noch weitere Wortfetzen, die unverständlich in die Nacht verschwanden. >>Ich meine, willst Du etwas Bestimmtes von mir, kann ich dir weiterhelfen?<< Das, was sich eben noch als monströser Schatten bewegt hatte, stellte sich als einen älteren Mann heraus, der scheinbar hier einen Unterschlupf gefunden hatte. Wohl ein Landstreicher oder so. Jedenfalls gab er mir zu verstehen, dass ich ihm folgen sollte. Es hatte sich im Schutz der dicken Wände ein Lager aufgeschlagen und ein helles Feuer entzündet, welches wild und verspielt die seltsamsten Formen an die nahen Mauern zauberte. Er bot mir etwas Warmes zu trinken an und wohl auch etwas zu Essen aber mir war nicht nach Nahrungsaufnahme und beließ es bei einem Becher heißen Tee. Der tat aber wirklich gut und die Nässe und die Kälte wichen bald aus meinen unterkühlten Gliedern.

Ich versuchte gar nicht die Situation, zu hinterfragen. Denn, obwohl es sicher nicht ungewöhnlich war, in einer Ruine auf einen Vagabunden zu treffen, erschien mir das Drumherum immer noch sehr suspekt. Auch das Auftreten des Mannes war für unsere Zeiten äußerst ungewöhnlich. Mit seiner Ausstattung glich er viel mehr einem etwas abgehalfterten Aristokraten als einem Bettler ohne Hab und Gut. Auch seine Wortwahl lies mich wundern. Eigentlich verspürte ich schon den Wunsch diese Szenerie alsbald wieder zu verlassen und ich stellte mir vor zu Hause zu sein und mit meiner Frau zu sprechen anstatt dem gealterten “Jack Sparrow – Verschnitt“ auf Landgang seiner merkwürdigen Geschichten zu lauschen.

NOSFERATU (iTunes Link) Screenshot auf iPhone 4S

Er sprach von einer merkwürdigen Vergangenheit, in welcher er als fliegendes Wesen Seelen sammeln musste. Es war wohl ein schwieriges Unterfangen über Häuser hinwegzuspringen und Menschen auszuweichen. Er meinte er wäre ein sehr junger Nosferatu gewesen und nun habe er sich verirrt in einer anderen Zeit als der seinen. Seltsamerweise schienen mich seine Worte kaum zu verwundern. Lag es daran, dass ich vielleicht selbst nicht ganz knusper, im Häuschen war, zumindest in den letzten Stunden? Oder lag es an dem Getränk, welches sich in mir ausbreitete wie ein Nebel und mich irgendwie willenlos und so – ganz egal machte.

Gedankenverloren glupschte ich in meinen  Becher. War sicher ein Beerentee, roter Beerentee. >>Nein!<< Sprach Nosferatu plötzlich direkt zu mir gewandt. >>Das ist weder Beerentee, noch Glühwein oder Traubensaft<< Mit scheinbarer Schadenfreude blickte er in das Feuer und seine Augen veränderten sich zu schlitzen, die Stirn fiel nach hinten und seine Ohren wuchsen zu spitzen Gebilden. Mit einem starken Buckel drehte er sich zu mir und funkelte mich an. Aus seinem verformten Mund blitzten plötzlich scharfe Zähne hervor. Er lachte mich aus. Mit einer hysterischen Stimme näherte er sich mir und streckte seine mit Klauen besetzten Hände gierig nach mir aus! >>Blut trinkst du! Blut von meinesgleichen! Genügend vergiftet, um dir deine Kraft zu nehmen und dich wehrlos zu machen!<< Ich nahm alles nur noch durch einen Schleier wahr. Mich interessierte das Gesabbel auch gar nicht. Sollte der oder das doch machen, was es wollte. Von mir aus, dann würde ich eben zum Vampir, gibt Schlimmeres! Ich stellte mir schon vor, wie dämlich ich als Vampir aussehen könnte, und fand das schon ganz belustigend. Schließlich musste ich lachen. Ich kriegte mich gar nicht mehr ein und fiel dabei auf den Boden. Dabei stieß ich wohl einen Holzscheit um, der sich aus dem Feuer befreite und direkt auf den ollen Nosferatu senkte.

Make A Zombie (iTunes Link) Screenshot auf iPhone 4S

Der fing an zu kreischen und zu fluchen und aus all den vielen Ecken krabbelten Spinnen, schwebten Geister und schrien Stimmen. Das war das reinste Horrorszenario. Der Vampir begann vor mir, zu verbrennen und sich langsam aufzulösen. Diese Grimasse werde ich sicher niemals vergessen. Es war fast wie in einem billigen Horrorfilm, wo die Monster scheinbar aus Knetmasse in einer alten Stoppmotion Technik zu einem Haufen Elend zerfallen. Als Letztes blieb nur noch sein Vampirgebiss übrig was sich versuchte davon zu machen und in der Nacht zu verschwinden. Kurze Zeit später kam von irgendwo ein greller Schrei und dann war es vorbei. Die Mauern verschwanden und auch die Natur veränderte sich wieder.

Großstadtlegenden (iTunes Link) Screenshot iPhone4S

Als ich so weit wieder bei klarem Kopf war, saß ich in Zuhause am Küchentisch und hielt mein iPhone in der Hand. Darauf war die App “Großstadtlegende“ installiert. Oh Mann! Ich hatte mich in einer dieser Geschichten verloren, bin ich bescheuert. Ich stand auf und wollte meiner Frau die Geschichten zeigen, und als ich zu ihr näher kam, drehte sie sich zu mir um. In der Hand einen Kelch mit einer zähen roten Flüssigkeit. >>Schatz!<< Und dabei zischte sie das “tzzz“ ganz seltsam betont, schau dir bitte mal unsere Hunde an. Ich finde die haben sich verändert. Ich komme gleich nach und bringe dir ein Glas mit. Ich drehte mich und ging eilig zu uns ins Wohnzimmer. Unsere Hunde warteten schon!

Unsere Spooky-Dogs 😉

FreiAPPtag: Halloween-Special
3.83 (76.67%) 18 Artikel bewerten

Die Apfelmagazine-Empfehlungen für deine neue Hardware:

iPhoneiPadMacVerträge
 Apple Store Apple Store Apple Store Telekom
 Telekom Telekom Gravis o2
 o2 o2 Saturn Vodafone
 Vodafone Vodafone MacTrade Base
 Gravis Gravis Amazon Congstar
 Saturn Cyberport Cyberport Sparhandy

 

Über Arno Kuss

Freiberuflicher Autor und seit Juli 2012 begeistertes Mitglied beim ApfelMagazine. Google+

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*