Freitag , 18 August 2017
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FreiAPPtag – Heutiges Thema: Musik liegt in der Luft

(ARK) Was soll das nur für ein Tag werden? Schon das Aufschlagen der Bettdecke ist ein purer Akt der Unvernunft. Eben noch angenehm warm und im nächsten Moment rauscht die Morgenkälte einem bis in die Knochen. Voller Mühe und Gedöns robbe ich mich an den Bettrand vor und strecke mich in der Hoffnung auf Ermunterung in alle Richtungen. Das Aufsetzen der Füße auf den kalten Boden ist eine derartige Zuwiderhandlung, dass ich mich kurzerhand entschließe, mich wieder in die Waagerechte zu begeben. Doch das Nichtvorhandensein der eben noch so angenehmen Nestwärme bringt  nicht den gewünschten Effekt, verdammt, dann stehe ich eben auf.

Ein fröhliches Hinabsteigen in den Aquatempel wäre jetzt als Motivation angemessen, ein warmes Bad und der Tag könnte beginnen, doch die Realität sieht leider anders aus. Wie ein ausrangierter Roboter kämpfe ich mich die Stufen der Treppe hinab. Das Geländer ist eine gerechtfertigte Sicherheitsoption, ich verstehe nicht, wie sich Leute frei schwebende Treppen ohne Handlauf in das Eigenheim installieren können. Was soll der ganze architektonische Minimalismus, wenn sich damit sämtliche Gesundheitsrisiken maximieren. Eine ausladende Sofalandschaft als Sturzkissen wäre unter Umständen tragbar. Mit solch abstrusen Gedanken arbeite ich mich bis auf unser Treppenpodest hinab. Dort lehnt an der Wand der Versuch mein Leben in eine musikalische Richtung zu lenken – meine Gitarre. Günstig erstanden aber schön anzusehen. Nun fristet diese kein artgerechtes Dasein, nein ganz und gar nicht. Stattdessen liegt eine feine Staubschicht auf dem schwarzen Klavierlack und der Klangkörper glotzt notenverloren ins Nichts.

In einem Anflug musikalischen Mitleids greife ich zu dem guten Stück und schlage einen Akkord an. Der Klang übertrifft meine Ambitionen und knallt mir einen Schwall von Weltuntergangstönen zurück. Frustriert möchte ich die Gitarre wieder absetzen, doch dann überkommt mich eine Idee. Grazil und Behände wie ein junger G…, nein lassen wir das lieber. Ich humpel also zu meinem iPhone und ignoriere die mehreren Dutzend Update Aufforderungen für Apps, die ich gar nicht in meinem virtuellen Besitz erkenne. Wie heißt das Teil zum Instrumentestimmen? Stimmgabel, richtig. Treffer! Neben kostenpflichtigen Apps gibt es:

Tolles Stimmgerät – aber mit Einarbeitungsfaktor

Tuner Tool heißt die kostenlose App. Mit dieser, ist es tatsächlich möglich verstimmte Instrumente wieder in geordnete Klangbahnen zu bringen. Ich setze mich mit meiner Gitarre und dem iPhone an den Tisch und starte das Programm. In den Einstellungen kann ich die gewünschte Stimmmethode auswählen, dank der wählbaren Oktaven, ist die App auch wirklich für ambitionierte Musiker nutzbar. Ich wähle aber die Standard Konfiguration aus. Das Instrument sollte so nah wie möglich an das iPhone Mikrofon gerichtet werden. Auf der Anzeige ist eine obere Skala die beim Anspielen entsprechend nach links (tief) oder rechts (hoch) ausschlägt. Ich drehe so lange an den Saitenschrauben bis sich eine Klammer möglichst um den angezeigten Ton (E2, A2, D3, G3, B3, E4) schließt.

Ich habe mit der obersten tiefsten Seite begonnen. Die Ergebnisse werden aber genauer (untere Skala) wenn ein Mikrofon oder Kopfhörer verwendet wird. Auch wenn es einige Zeit in Anspruch genommen hat, meine Gitarre ist wieder gestimmt, prima! Die App bietet noch weitere Funktionen wie sich Riffs von anderen Usern, zur Nachahmung anzuhören. Es besteht auch die Möglichkeit eigene Riffs aufzunehmen und online, zu stellen. Die Aufnahmedauer ist bei der Gratis-Version auf eine Minute begrenzt, kann aber gegen In App Kauf freigeschaltet werden. Selbiges gilt auch für die Werbungsanzeige innerhalb der App. Für das Gitarrestimmen hat die kostenlose Version aber absolut genügt.

TunerTool. Kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad. Erfordert iOS 4.0 oder neuer. Quelle: itunes

Die Klampfe ist also gerichtet, meine musikalischen Fingerfertigkeiten sind leider genauso eingestaubt wie eben noch die Gitarre. Das Gehör und Geschick zu trainieren erscheint mir als durchaus sinnvoll und ich erinnere mich, dass es unzählige Teile der Tap-Tap-Reihe gibt. Also wieder in den App Store und gleich was gefunden.

Dancehall für die Finger

Tap Tap Revenge heißt das Fingerfertigkeitsspiel dass mich mächtig unter Zugzwang setzt. Der Aufgabe scheinbar gewachsen, gehe ich direkt auf den Start des Spieles. Dass es dort gleich zu Beginn so rasant zugeht, hätte ich nicht erwartet, habe aber auch kaum Erfahrungen mit dieser Musikreihe. Ein Gefühl dafür zu bekommen ist ganz schön schwer, das Tap- und Tip Prinzip ist aber sehr motivierend und packt einen schnell. Bei Spielerfolgen kann ich mir mit verdienten Münzen neue Songs laden. Darunter viele Song Pakete wie zum Beispiel von Bruno Mars. Es gibt aber auch immer wieder neu Verfügbare gratis Songs. Wer über die Spielerfolge hinaus Songs erwerben möchte, kann dies auch über Käufe realisieren.

Tap Tap revenge Tour. Kompatibel mit iphone 3-5, iPod touch 3-5.Generation, iPad. Erfordert iOS 4.3 oder neuer. Quelle: iTunes

Das Spiel erfordert Konzentration, keine Frage. Ich fühle mich aber schon ein wenig trainiert und musikalisch berührt. Zeit für eine Pause. Frühstück muss her. Ein Musiker ohne Energie ist wie ein Verstärker ohne Power – kann also nicht angehen. Brötchen belegt, Klappe auf – Semmel rein – Klappe zu – und runter, fertig. Weiter kann es gehen, ich fühle mich für diesen Tag gerüstet, die Musik hat mich gepackt und ich mache dort weiter, wo ich aufgehört habe. Beim Taktgefühl, nun aber ein wenig klassischer um mein Gespür auch qualitativ zu verfeinern.

Erinnerung an frühere Übungsstunden

Metronome reloadet heißt die sehr schöne und vor allem zweckdienliche Umsetzung eines klassischen Taktgebers. Ohne viel Geplänkel zeigt die App, worum es hier geht. Wie auch bei dem echten Metronome, kann hier der Takt über einen Schieber von oben (langsam) nach unten (schnell) eingestellt werden. Die verschiedenen Takt-Einstellungen haben die originalen Bezeichnungen. Über eine kleine Anzeige werden die BPM des eingestellten Taktes angezeigt. Die dezente Einblendung von Werbung schränkt die Funktionalität keineswegs ein. Eine feine und hochwertige Umsetzung diese App.

Metronome reloadet. Kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad. Erfordert iOS 3.1 oder neuer. Quelle: iTunes

Nachdem ich versucht habe dem Takt musikalisch zu folgen fühle ich mich inspiriert in neue Klangwelten einzutauchen. Mehr oder weniger musikalische Töne müssen nicht zwingend durch ein herkömmliches Instrument hervorgerufen werden. Es kann durchaus kreative und ungewöhnliche Möglichkeiten der Schallschwingung und Krümmung geben. Die folgende App gehört hier definitiv dazu.

Musik Feng Shui

Die meditativ-musikalische App Fuji Leaves verspricht Entspannung und ein besonderes Spielerlebnis. Das Prinzip sieht so aus: Steine fallen auf Blätter und erzeugen dabei Klänge. Durch Verschieben und Bewegen der Blätter können Kompositionen erzeugt werden. Im Idealfall springt der Stein zwischen den Blättern hin und her und sorgt so für interessante Tonfolgen. Neue Blätter und Steine können angelegt werden, die Möglichkeiten sind fantastisch. Auch visuell kann Fuji Leaves absolut überzeugen, vorausgesetzt der Spieler mag die weichen Farben und Formen. Ich finde es absolut gelungen.

Fuji Leaves. kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad. Erfordert iOS 3.0 oder neuer. Quelle: iTunes

So, genug entspannt. Ich habe mir vorgenommen heute ein Klangwerk, zu kreieren. Je nach Ausgang wird dieses als klassisch gelungen oder eben modern und experimentell bezeichnet. Für andere Audioaufnahmen nutze ich Garageband welches zwar absolut zu empfehlen ist aber leider doch nicht ganz kostenlos ist. Auch wenn bei der folgenden App die Funktionen deutlich eingeschränkt sind, empfehlen möchte ich diese dennoch, denn zur schnellen Klangerzeugung taugt diese App allemal.

Kleine Abstellkammer von Garageband

Touchband  ist eine im Ansatz und Optik ähnliche App wie Garageband. Als Startbildschirm erhält der Nutzer die Auswahl zwischen verschiedenen Instrumenten. Klavier, Schlagzeug, Bongos, Flöte, Gitarre. Diese sind in der eigenen Benutzung weiter stilisierbar. Bei den Drums gibt es zum Beispiel noch die Wahl eines Elektroschlagzeuges und einer Drummachine als Sequenzer. Auch das Klavier ist wählbar in seinen Klangmustern. Aufnahme- und Abspielfunktionen laden ein zum Üben. Viele Funktionen darüber hinaus bietet Touchband leider nicht in der kostenlosen Version, zum Instrumentespielen aber wirklich zu empfehlen.

Touch Band. Kompatibel mit iphone, iPod touch und iPad. Erfordert iOS 4.0 oder neuer.

Nach einiger Zeit muss ich doch erkennen, dass mit meinen musikalischen Fähigkeiten nichts brauchbares Erstellen lässt. Wer glaubt, dass die Programme für iOS alleine genügen ein halbwegs ordentliches Werk zu zaubern, der irrt oder ist mit deutlich mehr Talent ausgestattet. Für meine Person bedeutet dass aber einfach: üben, üben, üben. Auch wenn meine schöpferischen Mittel ausgedient haben, ein toller Zeitvertreib war es auf alle Fälle. Die Stunden sind vergangen und ich fühle mich motiviert ein Hobby weiter zu verfolgen aber für heute sollte es damit gewesen sein. Obwohl, vielleicht noch nicht ganz. Ich muss ja nicht zwingend selbst die Musik erstellen, es ist ja auch durchaus produktiv diese abzuspielen und abzumischen. Also MacBook an und auch hier den Mac App Store geöffnet.

Und das ist der absolute miXXX-Tipp für heute

Das DJ-Playlist Programm: Mixxx ist, um es direkt zu sagen, der Hammer. Die Qualität des Programmes ist durchaus auch für ambitionierte DJ`s brauchbar, auch wenn es vielleicht nicht ganz so viele Effekte und Filter für das Abmischen der Musikquellen gibt. Dafür, das Mixxx kostenlos ist, gibt es keinen Grund zu meckern. Das Programm ist weitestgehend selbsterklärend und wenn nicht, durch Testen und Spielen lassen sich weitere Funktionen erlernen. Ich habe zum Probieren eine Playlist aus iTunes verwendet. Es soll auch möglich sein, externe Quellen anzusteuern. Per Drag und Drop lassen sich einzelne Titel in die virtuellen Player ablegen und so miteinander abmischen.

Mixxx. Voraussetzungen: OSX 10.6.6 oder neuer. 64-Bit Prozessor

Der Tag ist inzwischen weit fortgeschritten und die Musik läuft immer noch. Da Wochenende ist, haben sich ein paar Freunde bei mir eingefunden. Eigentlich wollten wir ja weg gehen, aber die neuen Musikprogramme machen so einen Spaß, dass die Party heute zu Hause stattfindet. Wenn Ihr also auch auf Musik steht, dann ladet Euch die kostenlosen Apps und dreht die Lautstärke richtig auf!

FreiAPPtag – Heutiges Thema: Musik liegt in der Luft
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Über Arno Kuss

Freiberuflicher Autor und seit Juli 2012 begeistertes Mitglied beim ApfelMagazine. Google+

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