Mittwoch , 20 September 2017
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Programmiersprachen: Warum Objective-C so gefragt ist

Wenn man bei Entwicklern fragt, welche Programmiersprachen sie toll finden, steht meist Java ganz oben, gefolgt von C und irgendwo in der Top-Liste versteckt sich auch Objective-C. Ganz recht, die Sprache, die im Grunde genommen nur bei Apple-Software sinnvoll einsetzbar ist und durch eine eigenwillige Syntax auffällt. Aber in der Not frisst der Teufel ja bekanntlich Fliegen.

Mit Apple wird Geld verdient

Die Antwort auf die Frage ist eigentlich relativ einfach: Programmierer, die Objective-C beherrschen sind gefragt und werden gut bezahlt. Das hat primär den Grund, weil Apple-Hard- und -Software momentan (und schon seit einigen Jahren) stark in Mode ist und sich die Welt in Richtung Mobilität verschiebt. Wer iOS-Apps schreiben will, der sollte eben Objective-C können, da Apps üblicherweise damit geschrieben werden – es sei denn, man möchte sie in der noch jungen Sprache Swift entwickeln.

Da erfahrungsgemäß bei Apple-Nutzern die Kreditkarte auch etwas lockerer sitzt als bei den Android-Kollegen, ist iOS trotz seines kleineren Verbreitungsgrades immer noch eine gern gesehene Plattform und zwar sowohl bei den Entwicklern als auch bei den Auftraggebern. In Europa dominiert zwar Android, aber dennoch ist iOS noch groß genug, sodass man es nicht einfach ignorieren kann. Andere Plattformen wie Windows Phone oder BlackBerry OS hingegen haben kaum eine Verbreitung und sind daher bei vielen Anbietern schon aus dem Rennen.

Objective-C ist etabliert. Und eigenwillig

Die meisten gängigen Programmiersprachen basieren in ihrer Syntax mehr oder weniger lose auf dem, was schon seit den 70er Jahren vorgibt, allen voran Java. Objective-C ist ist eine strikte Obermenge von C, d.h. C-Code und Objective-C-Code können gemischt werden. Von der Sache her ist es also nicht unmöglich, Objective-C zu erlernen, wenn man schon Erfahrungen mit C hat.

Dazu kommt, dass Objective-C etabliert ist. Es ist eine modernere Sprache als C, die Objektorientiertheit bietet, mit einer Syntax-Erweiterung, die an Smalltalk erinnert. Auf den ersten Blick ist die Sprache also ein wenig eigenwillig, aber das liegt primär daran, dass die C-Syntax wesentlich weiter verbreitet ist als jene von Smalltalk. Dafür glänzt Objective-C aber damit, dass sie in den Augen vieler Entwickler sauber implementiert und konsistent ist. Dazu kommt, dass so gut wie nur Apple-Entwickler mit Objective-C vertraut sind. Das macht wahre Experten rar in der Branche und das wiederum bietet gute Berufschancen als Entwickler, weil die Bezahlung entsprechend lohnend ist.

Ersetzt Swift Objective-C?

Aber droht Gefahr für die Beliebtheit von Objective-C? Apple hat auf der WWDC 2014 eine neue Sprache angekündigt, mit der sich schnell Erfolge erzielen lassen sollen. Apple nennt sie Swift und sie soll schnell erlernbar sein und viele gängige Fehler ausschließen. Doch keine Angst: Einerseits sind C-basierte Sprachen nach wie vor am besten für relativ maschinennahe Entwicklungen geeignet und andererseits hat selbst Apple zu verstehen gegeben, dass Objective-C nicht durch Swift ersetzt, sondern ergänzt wird. Es ist lediglich ein Angebot für Entwickler, die Apps für iOS oder den Mac in einer anderen Sprache zu entwickeln – nicht mehr und nicht weniger.

Programmiersprachen: Warum Objective-C so gefragt ist
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