Mittwoch , 23 August 2017
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Sportlich in den Sommer starten: Tobias Hallermann von Komoot im Interview (+ Gewinnspiel)

Komoot ist die erfolgreichste Navigations- und Kartenanwendung für Radfahrer und Wanderer in Europa. Wir haben mit einem der Gründer über Motivation, das Konzept und die Zukunft gesprochen.

Es ist ein Donnerstag in Berlin, ich bin auf dem Weg zum Hackenschen Markt. Zwischen all den Touristen treffe ich mich dort mit Tobias Hallermann, einem der Gründer von Komoot. Draußen sind es fast 20 Grad, die ersten Touristen laufen mit kurzärmeligen Shirts durch die Stadt, als Tobias mich vor der Tür eines Co-Working-Spaces empfängt.

Bei Komoot arbeiten inzwischen 22 Mitarbeiter, einige in den Büros in Potsdam und Berlin, andere per Home-Office aus der ganzen Welt, unter anderem in Bulgarien und Teneriffa. Mitarbeiter können ihren Arbeitsort frei wählen, allerdings legt man trotzdem Wert auf regelmäßige Treffen und organisiert immer wieder gemeinsame Ausflüge – „Zum Beispiel demnächst nach Mallorca. Da wird dann viel Rennrad gefahren, aber natürlich auch gearbeitet“. Kommuniziert wird ihm Team nicht nur per Mail und Slack, zur Absprache werden oft auch Videogespräche verwendet, damit die persönliche Komponente trotz Remote-Office gewahrt bleibt.

Die Finanzierung der App erfolgt fast ausschließlich über den Verkauf von (Offline-)Karten einzelner Regionen (Preis ab 3,99€) oder dem Gesamtpaket mit weltweitem Offline-Zugang für 29,99€. Zusätzlich dazu arbeitet Komoot mit Touristikpartnern in verschiedenen Regionen zusammen, die für die Nutzer Sammlungen mit Wanderungen oder Radtouren aus ihrer Region zusammenstellen, welche dann von Komoot auf der Titelseite angezeigt werden – „Werbung mit Mehrwert“ nennt Tobias dieses Konzept.

„Bald hat jeder immer ein Gerät mit GPS dabei“

Die erste Idee zu Komoot entstand 2008, als Apple mit dem iPhone 3G das erste iPhone mit einem GPS-Chip vorstellte. Alle sechs Gründer hatten sowohl einen technischen als auch einen sportlichen Hintergrund und wollten diese beiden Interessen mit einer App zusammenbringen. „Am Anfang hatten wir nur ein iPhone zum Entwickeln und Testen, da musste dann jeder abwechselnd mal raus.“, inzwischen ist alles viel professioneller. Drei iOS– und zwei Android-Entwickler bilden zusammen mit 2 Web- und 3 Backend-Entwicklern das Developer-Team, welches für den technisch reibungslosen Ablauf bei Komoot sorgt. Die große Vision war es, jedem Menschen den spontanen oder geplanten Ausflug in die Natur wandernd, joggend oder auf dem Rad zu ermöglichen und dabei mit Routenvorschlägen und Navigation zu unterstützen.

Zu Beginn bot Komoot vor allem das Tracking von Outdoor-Aktivitäten an, mit der Zeit folgte dann eine eigene Kartenansicht und später die Sprachnavigation – noch bevor Google oder Apple diese für Radfahrer angeboten haben. Um Nutzer zu inspirieren und ihnen bessere Möglichkeiten zum Entdecken zu bieten, rüstete Komoot dann eigene Empfehlungen nach, die von einer gesonderten Redaktion aus festangestellten und freien Autoren gesammelt und entsprechend aufbereitet werden – zum Beispiel die 66 Seen rund um Berlin.

Mit intelligenter Datenauswertung zu besseren Empfehlungen

Inzwischen bilden diese Collections, die durch Menschen manuell zusammengestellt werden, einen wichtigen Bestandteil der App. Hinzu kommen Empfehlungen für bestimmte Routenabschnitte, die Komoot automatisch durch Nutzerdaten generiert. Dazu werden Touren von Nutzern anonymisiert ausgewertet und zusätzlich werden diese nach Abschluss einer Tour um Markierung ihrer Highlights gebeten. Diese flexible Generierung von Empfehlungen erlaubt es Komoot, für jeden Startpunkt und Streckenverlauf interessante Punkte und Abschnitte vorzuschlagen, auch wenn die Tour so noch nie von einem Nutzer gefahren wurde.

Neben den Empfehlungen steht im Mittelpunkt einer jeden Tour selbstverständlich die Karte, auf der sich der Nutzer während der Planung und vor allem bei der Tour selbst orientiert. In Zusammenarbeit mit Doktoranden der Beuth Hochschule für Technik Berlin hat Komoot eine eigene Kartendarstellung entwickelt. Die Karten setzen zwar auf Daten von Open Street Map, bereitet diese aber mit zusätzlichen Informationen aus eigenen Beständen individuell auf und stellt sie in einer übersichtlichen, topografischen Ansicht dem Nutzer zur Verfügung. Wichtig war dabei vor allem, dass die Karte je nach Zoomstufe verschiedene Informationen darstellt und dem Nutzer damit immer die wichtigsten Punkte anzeigt.

Trotz des Aufwands, der sich in diesem Projekt verbirgt, betont Tobias immer wieder, dass die Routenplanung und die Sprachnavigation für Komoot viel wichtiger sind. Außerdem ist das Zusammenspiel von Routenplanung und Kartendarstellung von großer Bedeutung. Durch die Entwicklung des eigenen Systems sei es für Komoot möglich, verschiedene Sportarten zu unterstützen und die Vorschläge flexibel daran anzupassen.

Zukunftspläne

Um eine Frage kommt man in einem Interview nicht herum: Was plant ihr für die Zukunft? Wie geht es mit Komoot weiter? Aktuell verzeichnet die App rund 3 Millionen Downloads, damit sei man bereits sehr zufrieden. Vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat Komoot eine sehr aktive Community, die durch das Nutzen der App auch die Zahl an verfügbaren Routen und Highlights immer weiter verbessert.

Insgesamt verzeichnet Komoot rund anderthalb Millionen aktive Nutzer, allerdings variiert diese Zahl saisonal und je nach Wetter stark. Lachend erzählt Tobias, wie zum Start der App an langen Wochenende die Nutzerzahlen so stark anstiegen, dass regelmäßig der Server abgestürzt sei. Solche Probleme treten heute längst nicht mehr auf, die steigenden Nutzerzahlen sind aber weiterhin zu beobachten.

Die große Herausforderung für die kommenden Jahre bestehe nun darin, auch international eine größere Community aufzubauen, damit dort genug Daten zur Generierung von Strecken und Empfehlungen vorhanden sind. Dazu bietet die App in den Einstellungen eine Option, mit der die Empfehlungen ausgeblendet werden können. In Regionen mit wenigen Nutzern bieten diese sowieso keinen Vorteil, man wolle erst Daten sammeln und diese für den Nutzer aufbereiten, bevor man mit Empfehlungen werbe.

Herunterladen und ausprobieren könnt ihr die App unter iOS und Android, mitgeliefert wird auch eine Apple Watch-App sowie eine Anwendung für Android Wear, die die Navigation unterwegs nochmal leichter macht.

Gewinnspiel

Wir danken Tobias und dem Rest des Komoot-Teams ganz herzlich für das Interview und die Eindrücke. In Zusammenarbeit mit Komoot verlosen wir zwei Lizenzen für das Komplett-Paket. Ihr kommt in den Lostopf, indem ihr unsere Facebook-Seite liket und unter diesem Artikel* oder auf Facebook kommentiert, welche Gegend ihr gern mit Komoot entdecken möchtet. Am 1.6. werden die Gewinner ausgelost und benachrichtigt.

Um an dem Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr mindestens 18 Jahre alt sein. Zur Zuordnung der Facebook-Likes zu Kommentaren unter diesem Artikel müsst ihr den Kommentar mit einer gültigen Mail-Adresse und eurem richtigem Namen hinterlassen.

Sportlich in den Sommer starten: Tobias Hallermann von Komoot im Interview (+ Gewinnspiel)
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Über Yannik Achternbosch

Yannik hat 2015 Abi gemacht und nun, nach einem Freiwilligendienst, sein Studium der Politikwissenschaft in Berlin aufgenommen. Er ist seit 2010 als Blogger in der Apple-Szene aktiv und nutzt privat iPhone, iPad und MacBook. Er arbeitet mit Begeisterung bei verschiedenen Blogs und hat seit Jahren keinen Keynote-Stream mehr verpasst.

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